Gozo, die kleine Schwester von Malta - eine Insel zum Entspannen

Verträumte Dörfer, antike Sehenswürdigkeiten und viele schöne Buchten und Strände - so präsentiert sich das malerische Eiland. Direkt neben Malta und ungefähr 100 Kilometer südlich von Sizilien liegt Gozo im südlichen Mittelmeer. Das mediterrane Klima beschert Gozo heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Die beste Reisezeit für einen ungetrübten Badeurlaub sind die Monate Juli und August. Aktivurlauber werden zum Wandern, für Besichtigungen und Kultur den Frühling und den Spätsommer bevorzugen. Da liegen die Temperaturdurchschnittswerte ab Mai bis November bei 20 Grad und das Wasser ist bis in den November noch so angenehm warm, dass auch beste Bademöglichkeiten noch bestehen. In den kältesten Monaten von Januar - März fallen die Tagesdurchschnittswerte auf 13 Grad und die Wassertemperaturen kommen über 15 Grad nicht hinaus.

Gozo Wetter, Wassertemperatur und Sonnenstunden Übersicht

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Minimal Temperatur 10 10 12 13 16 19 22 23 22 19 16 11
Maximal Temperatur 15 15 16 19 22 26 29 29 27 24 20 16
Sonnenstunden am Tag 6 6 7 8 10 11 9 11 9 7 6 5
Wassertemperatur 15 15 15 16 18 21 25 25 24 23 19 17
Regentage im Monat 12 8 5 2 2 0 0 1 3 6 9 13

Aktivitäten auf Gozo

Es ist das Gute an Gozo, dass man sich wunderbar erholen kann und trotzdem viel von der Landschaft, den Leuten und der Kultur sehen und erleben kann. Das Inselchen ist nur 64 Quadratkilometer groß und so gelingt die Kombination spielend von Baden und Sightseeing. Im Frühjahr und Herbst ist Gozo das perfekte Ziel für einen Rad- oder Wanderurlaub. Im Landesinnere locken bunte Blumenwiesen und dichte Olivenhainen. Die Touren führen vorbei an fruchtbaren Feldern, die terrassenförmig angelegt sind und auf denen Zitrusfrüchte und Melonen, Kartoffeln und Getreide angebaut werden. Das schönste Gebiet auf Gozo ist das Hochplateau Ta`Cene. Zwischen dem Dorf Sannat und Mgarr IX-Xini eröffnet sich für den Wanderer ein toller Blick auf das Küstenpanorama mit den vorgelagerten Klippen. Ausgiebige Treckingtouren lassen sich in der Hügelregion von Kercem durch eine Natur von atemberaubender Schönheit unternehmen.

An den Stränden steht Wassersport in der Beliebtheitsskala vorne an. Attraktive Tauchreviere und beeindruckende Klippen warten auf Taucher und Schnorchler.

Gozos Strände

Besonders beliebt ist Ramla Bay, mit seinem goldgelben Sand, der leicht rötlich schimmert. Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih und einige Strandbars machen hier den Badetag zu einem runden Vergnügen. Und weil das Meer hier ruhig ist, ist dieser Strand auch ideal für Familien mit Kindern.

Dwejra Bay wird von imposanten Felswänden eingerahmt. Den Strand erreicht man über Treppen, die in den Fels geschlagen wurden. Aber dann eröffnet sich ein idyllisches Bild mit kleinen Ausflugsbooten und Yachten, die die Naturwunder "Azur Window" und "Fungus Rock" vor der Westküste ansteuern. In Dwejra Bay tummeln sich viele Taucher, um in den Klippen und Felswänden auf Tauchgänge zu gehen und von den ankernden Booten steigen die Passagiere gern einmal in das kühlende Nass des tiefblauen Wassers.

Das Azur Windwo auf Gozo.

Wiedil-Ghasrilockt nur sehr wenige Badegäste. Die lange und extrem schmale Bucht ist mit ihrem ruhigen Wasser und den Unterwasserhöhlen ein Anziehungspunkt für Taucher.

Xlendi Bayist nur winzig und liegt am Ende eines engen Fjordeinschnittes am Ort Xlendi an der Südküste von Gozo. An der Uferpromenade entlang zieht sich ein schmaler Sand-Kies-Streifen. Das Panorama ist allerdings einzigartig. Zu beiden Seiten des Fjords steigen bis zu hundert Meter hohe Klippen auf. Leitern führen von den Felsen hinunter in das Wasser und ermöglichen so guten Schwimmern das Baden im Fjord.

Absolut idyllisch ist auch der Fjord und die Badebucht von Mgarr Ix-Xini. Das klare Wasser eröffnet Schnorchlern eine fantastische Unterwasserwelt. Die Bucht ist felsig und wer die Sonne genießen möchte, breitet sein Badetuch auf Felsplateaus und Terrassen aus. Besonders Einheimische lieben diese Bucht und so kommt man auch schnell mal mit den Bewohnern von Gozo ins Gespräch. Auch wenn die Landessprache maltesisch ist, so versteht und spricht doch fast jeder auch die Amtssprache Englisch.

Ein Geheimtipp auf Gozo ist Xwejni Bay. An die Nordküste von Gozo schmiegen sich bizarre, ausgewaschene Felsformationen mit einem kleinen Kiesstrand zu ihren Füßen. Es gibt reichlich Platz und ganz viel Ruhe an diesem Strand. Allerdings muss jeder selbst für Verpflegung und Sonnenschirm und Liegen sorgen. Aus dem klaren Wasser erheben sich große Steine und Felsbrocken und locken Taucher und Schnorchler in die Unterwasserwelt rund um die Klippen.

Ganz versteckt und nur zu Fuß zugänglich ist die Sandbucht von San Blas Bay. Nördlich von Nadur endet die Möglichkeit, mit dem Auto weiter zu fahren. Das letzte Stück Weg und der Abstieg zur Bucht führt sehr steil hinunter. Aber dann belohnen ein goldgelber Strand und ein glasklares Wasser alle Mühen. Da es auch hier keine Serviceeinrichtungen gibt, finden sich nur wenige Badegäste ein.

Für Schnorchler gibt es mit Hondoq Ir-Rummien einen Anziehungspunkt, kleine Höhlen auf dem Niveau des Wasserspiegels zu erkunden.

Für Familien mit Kindern bietet sich der Strand von Obajjar Bay an. Eingerahmt von Klippen und Felsen fällt der schmale Kiesstrand flach ab, sodass das Baden hier ungefährlich ist. Allerdings empfehlen sich wegen der Kieselsteine Badeschuhe. Weiter draußen frischt der Wind auf und Surfer finden bei Wind und Wellen beste Bedingungen.

Unweit von Obajjar Bay liegt Marsalforn Bay. Der grobe Sandstrand zieht sich an der hübschen Uferpromenade entlang. Verschiedene Wassersportanbieter sorgen hier für Kurzweil und die Restaurants an der Promenade sorgen für das leibliche Wohl.

Orte und Ausflugstipps auf Gozo

Ungefähr ein Viertel der 30.000 Einwohner von Gozo lebt in der Inselhauptstadt Victoria. Die Inselbewohner lieben den Namen nicht sehr, denn ursprünglich hieß die Hauptstadt Rabat. Erst anlässlich des Thronjubiläums von Queen Victoria 1897 wurde die Stadt in Victoria umbenannt. Gleich zwei Opernhäusern, das Astra und das Aurora, stehen hier zur Festspielzeit im Herbst im Wettstreit um die namhaftesten Opernsänger und die besten Inszenierungen.

Weithin sichtbar überragt die burgähnliche Zitadelle auf einem Hügel die Stadt. Sie stammt noch aus der Zeit, als Araber Gozo beherrschten. Den Einwohnern bot die Zitadelle Schutz vor zahlreichen Piratenüberfällen.

Sehenswert sind in der Stadt die Kathedrale Santa Maria und die barocke Basilika des Heiligen Georg.

Blutig ging es einst auf dem Marktplatz in der Stadtmitte zu. Der "it-Tokk" war ursprünglich Galgen- und Richtplatz. Heute erinnert bei dem bunten Markttreiben nichts mehr an die düstere Vergangenheit. Neben landestypischen Delikatessen sind die bunten Stände mit allerlei Antiquitäten und Kunsthandwerk ausgestattet. Ein Bummel durch die engen Straßen der Stadt endet in so manchem gemütlichen Straßencafé. Und weiter sollten Stadttor, Palast des Erzbischofs und die Kathedrale der Maria Himmelfahrt mit einmaligen Deckengemälden auf dem Besuchsprogramm stehen.

Ein beliebtes Ferienzentrum der Insel ist auch Marsalforn an der Nordküste. Auf der hübschen Hafenpromenade lässt es sich hervorragend flanieren und von den zahlreichen Restaurants u8nd Bars aus den Blick auf den Hafen genießen. Über der Stadt thront eine mächtige Christusstatue. Von der Aussichtsplattform davor schweift der Blick weit über Küste und Meer und die Dächer von Marsalforn. Ein Spaziergang rund um die Stadt führt zu den Salzpfannen. Die Felsplateaus nordwestlich werden zur Meersalzgewinnung genutzt.

Die Salzpfannen auf Gozo zur Salz gewinnung.

Östlich von Victoria liegt das malerische Dorf Xaghra auf einem Hochplateau. Bei einem Ausflug hierher kann man zum einen zwei Tropfsteinhöhlen besuchen und zum anderen einen megalithischen Steinkreis auf sich wirken lassen. Der eigentliche Höhepunkt ist aber das historische Erbe. Die eindrucksvolle Tempelanlage Ggantija aus der Jungsteinzeit gehört zum Welterbe der UNESCO. Im Zentrum von Xaghra zieht eine prächtige Kirche alle Blicke auf sich. Mit Marmor ausgekleidet und mit goldenen Statuen und wertvollen Gemälden öffnet sich der Innenraum für die staunenden Besucher. Für Liebhaber von alten Puppen und liebevoll gefertigten Holzfiguren und Spielzeug ist das Museum of Toys ein Magnet.

Westlich von Victoria erhebt sich der Glockenturm über den charmanten Ort Santa Lucija. Kaum jemand kann sich dem Flair dieser kleinen ländlichen Ortschaft mit den sorgsam restaurierten Farmhäusern entziehen. Nicht nur die malerische Dorfkirche aus dem Jahr 1657 macht den heimeligen Eindruck aus. Auch die schmalen Straßen und Treppengassen, die zu gemütlichen Plätzen führen, nehmen die Besucher gefangen.

Das Dörfchen Mgarr wird von Legenden umrankt. Darin erzählt man sich, dass Mgarr mit dem winzigen Nachbardorf Zebbiegh in einer uralten Feindschaft verbunden war und die Frauen vom Mgarr einst von den Nachbarn aus Zebbiegh entführt wurden. Heute bekämpft man sich auf dem Fußballplatz und auf ganz mysteriöse Art verschwinden plötzlich die Fußballtore vor einem bedeutenden Ligaspiel. Historisches hat Mgarr aber auch zu bieten. Die Überreste einer alten Tempelanlage kann nach Voranmeldung besichtigt werden. Bemerkenswert prächtig für so einen kleinen Ort ist die Kirche "Parish Church".

Mysteriös und geheimnisvoll sind auch die Karrenspuren hinter der Kirche Santa Margareta in Sannat. Die Kirche ist Mittelpunkt der Gemeinde und wurde von dem maltesischen Künstler Stefano Erardi erbaut. Unweit davon gilt es die Überreste einer Tempelanlage zu erkunden. Allerdings wurde die gesamte Anlage bis heute nicht völlig freigelegt.

Die älteste Stadt Gozos ist Xewkija. Berühmt ist Xewkija durch seine romantischen Sonnenuntergänge über der felsigen Westküste. Das Stadtbild wird geprägt durch historische Gebäude, Kirchen und Kapellen, alte Tore und den Turm mit der ältesten Sonnenuhr der Stadt. Beherrscht wird die Stadt durch den allgegenwärtigen, prachtvollen Kuppelbau der Kirche von Xewkija. Unübersehbar sind in Xewkija die Spuren der einstigen arabischen Bevölkerung. Hauswände und Balkone zeigen maurische Elemente. Aber vor allem ist der geheimnisvolle Stein aus dem Jahr 1173 Objekt der Begierde so mancher Forscher. Es ist eine Marmorgrabplatte für ein arabisches Mädchen, die eng in arabischer Schrift beschrieben ist. Die historische Vergangenheit wird im Museum noch einmal zum Leben erweckt.

Geheimtipp: Der Sonnenaufgang Gordan Lighthouse

Nach der arabischen Kultur hat auch das Christentum eine lange Tradition auf der Insel. Eine der ältesten Kirchen soll die in Felsen gehauene Mariä-Verkündigungs-Kapelle in Kercem sein. Die Umgebung mit dem Lunzjata-Tal ist mit seinem üppigen Grün ein blühendes Refugium, das bereits die Malteser-Ritter als ihr Jagdrevier erkoren hatten. Das Geheimnis der blühenden Landschaft ist eine Quelle in einer Höhle oberhalb von Kercem. Den Bewohnern diente das Frischwasser als Voraussetzung, hier eine Siedlung zu gründen und Landwirtschaft zu betreiben. Später machten sich die Briten die Quelle zu Nutzen, um die Hauptstadt Victoria mit Wasser zu versorgen.

Der geruhsame Hafenort Nador stammt vermutlich bereits aus einer Zeit, als die Griechen hier eine Niederlassung gegründet hatten. Zeugnis dafür ist eine Statue des Apollon, die 1744 ausgegraben wurde. Der Name wird aber auf das arabische Wort für "Ausguck" zurückgeführt. Und Ausguck waren auch die vielen Wachtürme hier und überall auf der Insel, um rechtzeitig vor Piraten gewarnt zu werden. Heute hat der Ort mit den kleinen Fischerhäusern und seinen Bootshäusern etwas Pittoreskes. Spazierwege schlängeln sich zwischen Gärten und Obstplantagen entlang der Küste hindurch.

Eine einzigartige Siedlungsform entdeckten britische Archäologen bei dem Ort Ghajnsielem. Kreisrunde und ovale Mulden waren in den Felsen gegraben und durch Mauern aus Lehm gesichert. Die Archäologen vermuten, dass es sich dabei um eine Kultstätte handelt, die die ersten Siedler vor Jahrtausenden hinterlassen haben. Diese Zeugnisse einer Tempelkultur zählen jetzt zu den bedeutendsten von Gozo. Später errichteten die Großmeister des Malteserordens zum Schutz der Bevölkerung Bauwerke,wie z.B. das Fort Chambray und die Wachtürme von Mgarr ix-Xini und Saint Cecilia, die als Frühwarnsystem fungieren sollten vor den immer wieder auftauchenden Eroberern.

Der Sage nach traf auf dem Terrain von Ghajnsielem ein Hirtenjunge die Jungfrau Maria, die eine Quelle aus der Erde entspringen ließ und den Hirten bat, an dieser Stelle eine Kirche zu errichten. Das tat er auch und heute erinnert ein Denkmal an der "Pjazza tad-Dehra" an diese Begegnung.

Gozo ist nach wie vor ein echter Geheimtipp für alle, die nach dem ursprünglichen Leben, nach Natur und landschaftlichen Schönheiten suchen.