Azure Window

Azure Window bei Gozo.

Es war ein Wahrzeichen, Gozos touristische Hauptattraktion und ein gigantisches Monument: Azure Window, in der Landessprache als Tieqa Żerqa (blaues Fenster) bezeichnet, war ein imposanter, durch Umwelteinflüssen entstandener Torbogen an der Westküste Gozos vor der Ortschaft San Lawrenz.

Am 8. Mai 2017 stürzte die einst 100 Meter lange und 20 Meter hohe Felsformation mitsamt ihrer tragenden Säulen ein und hinterließ eine dramatische Landschaft aus Felstrümmern.

Entstehung und Einsturz vom Azure Window

Da das Azure Window permanent teils gravierenden Umwelteinflüssen, starkem Wellengang und dem kontinuierlich vorherrschenden Nordwestwind Mistral ausgesetzt wurden, wurden bereits zuvor stets Gesteinsschichten der Felsformation und der angrenzenden Steilküste abgetragen.

Jährlich vergrößerte sich somit messbar der Torbogen und die Erosion der Steilküste nahm zu. Spätestens der partielle Einsturz des Blauen Fensters im April 2012 deutete an, dass ein komplettes Kollabieren nur eine Frage der Zeit war – am 8. Mai 2017 war es dann soweit, an jenem Mittwochmorgen stürzte jene imposante Felsformation in sich ein – inklusive eines Großteils des seeseitigen Pfeilers.

Personen kamen bei diesem tragischen Vorfall glücklicherweise nicht zu Schaden.

Entstanden war die Felsformation vor mehreren Millionen Jahren, der Torbogen bildete sich Geologen zufolge allerdings erst im 19. Jahrhundert. Das Azure Window besteht ebenso wie die umliegende Felsküste aus Korallen- und Globigerinenkalk. In seiner Umgebung finden sich Versteinerungen alter Seegraswiesen sowie weitere fossile Überreste, die auf starke Fluktuationen hinsichtlich der Höhe des Wasserspiegels im Laufe der verschiedenen Erzeitaltern hindeuten.

Das Azure Window sowie die vorgelagerte Blue Hole, ein kleiner mariner See, bildeten sich durch das Einstürzen zwei Höhlen an der Steilküste der Insel, die wiederum den letzten Teil einer ehemaligen Landbrücke zwischen Afrika und Europa darstellt und vor über 10000 Jahren unterbrochen wurde.

Blue Hole, Fungus Rock und Inland Sea

Während das Azure Window also nur noch in Form einer dramtischen Felslandschaft unter Wasser aufzufinden ist, sind die umliegenden Sehenswürdigkeit wie beispielsweise die genannte Blue Hole weiterhin tolle Attraktionen für Touristen.

In jenem Gebiet an der Steilküste gibt es eine Vielzahl an Formationen, die allesamt per Fuß dank kurzer Verbindungswege erkundet werden können. Um zunächst jenes als Naturpark deklariertes Areal zu erreichen, eignet sich die Buslinie 311 aus Victoria, mit der man binnen 20 Minuten die entsprechende Gegend bei San Lawrenz erreicht.

Direkt beim ehemaligen Azure Window findet man die Blue Hole, in der Landessprache als Ghar iż-Żerqa oder kurz als iż-Żerqa bezeichnet. Der marine See bildete sich auf Meereshöhe in einem zehn Meter breiten und fünfzehn Meter tiefen Loch im Felsboden der Steilküste.

Ab einer Tiefe von rund sieben Metern unterhalb der Wasseroberfläche ist der See dank einer Öffnung in der Felswand mit dem Meer verbunden. Das Blue Hole zählt zu den schönsten Tauch-Spots von Gozo.

Als solchen darf sich zweifelsohne auch die Inland Sea bezeichnen: Auch jener Salzwasser-See ist mit dem offenen Meer verbunden, allerdings durch einen Tunnel, der sowohl unter- als auch oberhalb der Meereshöhe hinaus auf die weite See führt.

Die Inland Sea bietet tolle Möglichkeiten zum Baden (auch innerhalb des Tunnels), Schnorcheln und natürlich zum Tauchen. Bei ruhigem Wetter bieten lokale Fischer Ausfahrten mit dem Boot ausgehend vom Anleger an der Inland Sea, durch den Tunnel bis hin zum Fungus Rock, einem großen Felsen im Meer, an.

Weitere Sehenswürdigkeit in der Umgebung sind der alte Wachturm des Johanniterordens und eine kleine Kirche zwischen dem Azure Window und der Inland Sea. Die Gegend eignet sich neben dem Tauchen dank seiner Lage an der Westküste vor allem für das gemütliche Beobachten des Sonnenuntergangs.

Besonders in den Morgenstunden beim Sonnenaufgang sowie den Sonnenuntergang sehen wir den alten Leuchtturm als Geheimtipp.