Mġarr auf Gozo

Mgarr ist eine kleine Stadt im Nordwesten der Insel mit rund 3.600 Einwohnern. Obwohl das ländliche Örtchen in den vergangenen Jahren enorm gewachsen ist, wird es bis heute als typische, etwas abgelegene Landgemeinde angesehen, das abseits der großen industriellen Maltesischen Zentren liegt, sehr ursprünglich ist und von der Landwirtschaft, allen voran durch den Anbau von Wein, geprägt wird.

Die Bedeutung der Bauern in der Geschichte des kleinen Städtchens spiegelt sich auch in der Finanzierung der erst 1912 erbauten und somit recht modernen Kirche wider: Die Ghajnsielem Parish Church, die nach 44 Jahren Bauzeit über eine der größten Kuppeln der Welt verfügt, ist auch dank ihrer markanten Form, den vielen wunderschönen Details im Inneren und der tollen Aussicht eines der Wahrzeichen der Stadt.

Finanziert wurde es durch Eigenarbeit, aber auch durch ein Projekt der Gemeindemitglieder, bei dem aus dem Verkauf von über 3.000 in Mgarr gelegten Eier eine großzügige Spende erwirtschaftet wurde. Im Volksmund etablierte sich deshalb die Bezeichnung als „Egg-Church“.

Nur zehn Minuten Fußweg entfernt findet sich eine weitere, nicht minder imposante Kirche. Die im neogotischen Stil erbaute Kirche von Lourdes ist thront dank ihres erhöhten Standorts über der Stadt und bietet eine tolle Aussicht von der Terrasse über das Bauernland und die Weinfelder.

Charmanter Ort mit tollen historischen Sehenswürdigkeiten

Dank der Fährverbindung von Cirkewwa nach Mgarr ist das idyllische Städtchen das Erste, das Besucher Gozos von ihrem Reiseziel sehen. Der erste Eindruck wird dominiert von einem schönen, farbenfrohen und lebendigen Platz am Hafen, an dem urtümliche Fischerboote ebenso anlegen wie große Fähren.

Mgarr beeindruckt durch seine Urtümlichkeit und Einfachheit. Ein Must-See für Touristen am Mgarr Harbour: die Gleneagles Bar, ein Treffpunkt für Touristen und gleichsam auch Einheimische und Fischer, die tolle Anekdoten über die Vergangenheit ihrer Heimat erzählen.

Mit Fischernetzen, Hummern und alten Fotos von der Entstehung der Bar und des Hafens an der Wand ist die Gleneagles Bar ein Musterexempel für eine typische Bar am Hafen.

Aufgrund der Einfachheit, der Ursprünglichkeit und dem Schwelgen der Fischer in Erinnerungen wirkt Mgarr, trotz mehrerer moderner Gebäude, stets wie ein ländliches, charmantes Städtchen von gestern.

Wer auf Erkundungstour gehen und die Vergangenheit Mgarrs anhand verschiedenster historischen Sehenswürdigkeit entdecken möchte, kommt um zwei Ausgrabungsstätten nicht herum: Während Ta‘ Skorba, das 1963 ausgegraben wurde, etwas außerhalb Mgarrs liegt, befindet sich die noch sehr gut erhaltene Tempelanlage Ta’ Ħaġrat unweit des Stadtzentrums.

Zwar ist das UNESCO-Weltkulturerbe am Nordrand der Bingemma Senke frei zugänglich, Besuche sollten aber vorab beim Archäologischen Museum in Valetta angemeldet werden.

Eine sehr bewegende Erfahrung bietet die Bunkeranlage Mgarr World War Shelters: Der zwölf Meter tief gelegene Schutzbunker kann über ein Restaurant am Dorfplatz betreten werden. Wie sich die Bevölkerung Mgarrs während des Zweiten Weltkriegs in jenem Tunnel zu schützen versuchte, kann dank informativ und interessant aufbereiteten Info-Material, darunter ein zehnminütiges Video, sehr gut nachvollzogen werden.

Wandern, Tauchen & Sonnenbaden

Nicht nur Geschichtsinteressierte, sondern auch sehr aktive Gäste werden in Mgarr auf ihre Kosten kommen: Unter den diversen Wandermöglichkeiten, sei es entlang der Küste, auf Felsvorsprüngen oder über Hügel ist die mittelschwere Strecke von Mgarr nach Xlendi (12 Kilometer) entlang der Südküste besonders in den Monaten zwischen Oktober und Mai sehr beliebt.

Auf jenem Weg passiert man auch diverse Strände. Des Weiteren ist Mgarr ein toller Platz zum Tauchen: Wracks, Höhlen, Grotten, Felsformationen und nicht zuletzt die Tierwelt unter Wasser liefern tolle Erlebnisse.

Besonders beliebt ist auf Gozo auch das Kajak fahren. Dieses können Sie in geführten Touren oder auch auf eigene Faust machen. Das strahlend saubere Wasser und die schönen Küsten werden unvergesslich bleiben.