Nadur

Nadur, auch In-Nadur, ist mit seinen 4.000 Einwohnern die zweitgrößte und zugleich eine der bedeutendsten Städte von Gozo nach der Hauptstadt Victoria. Das auf dem östlichen Berg der Insel gelegene, traditionelle und ursprüngliche Dorf bietet tolle Strände, Buchten und Aussichten.

Mit dem Öffentlichen Verkehr ist Nadur von Mgarr mit der Buslinie 303 (Fahrzeit 16 Minuten) sowie mit selbiger Linie oder Linie Nummer 302 von der Hauptstadt Victoria (18 beziehungsweise 15 Minuten) einfach und zügig zu erreichen.

Den Horizont und das Erscheinungsbild des interessanten Dorfes wird von der barocken Pfarrkirche maßgeblich dominiert. Das maltesische Musterexempel barocker Baukunst, dessen Bau ausgehend von Entwürfen des Architekten Giuseppe Bonnici ab September 1760 begann, thront auf dem Dorfplatz gegenüber von einem alten Steinkreuz.

Geweiht wurde es den Heiligen Petrus und Paulus. Zu ihren Ehren wird stets am 29. Juni, dem Nationalfeiertag Maltas, das religiöse Fest Nadurs gefeiert, das sich großer Beliebtheit erfreut.

Dessen Name L-Imnarja leitet sich vom Begriff „luminaria“ ab, heißt übersetzt „Beleuchtung“ und weist auf den Sommeranfang hin. Wer im Juni nach Gozo reist, sollte sich also jenes bedeutende Element der sommerlichen Tradition der Insel nicht entgehen lassen.

Tolle Aussichten von Wachtürmen und idyllische Strände

Eine weitere Hauptattraktion Nadurs ist die Vielzahl an Wachtürmen, von denen man jeweils einzigartige und atemberaubende Aussichten genießen kann.

Nadur selbst, dessen Name sich vom maltesischen Wort nadar, was mit „ausführlich beobachten“ oder „Wache halten“ übersetzt werden kann, spielte stets eine bedeutende Rolle zur Verteidigung der Insel unter anderem gegen die Korsaren.

So wurde der Kenuna-Turm Mitte des 19. Jahrhunderts von den Briten erbaut und diente nicht nur der Verteidigung, sondern fungierte auch als Telegrafenverbindung zwischen Gozo und Malta.

Als höchster Punkt des Dorfes und umgeben von einem neu angelegten botanischen Garten, ist der Kenuna-Wachturm Oase und Ort eines gigantischen Ausblicks zugleich. Der Bau des Ta‘ Isopu-Turm datiert zurück auf die Ritterzeit, Bauleiter war damals Großmeister Nicholas Cotoner. Jener Wachturm bietet ebenso einen tollen Überblick über Land und Meer, zudem liegt er direkt zwischen San Blas und Daħlet Qorrot, zwei der schönsten Strände der Insel.

Neben wundervoll tiefgrünen Tälern prägen allen voran idyllische Strände, viele davon mit rotem Sand, sowie ruhige Buchten die natürlichen Schönheiten des Dorfes. Die kleine Bucht Daħlet Qorrot ist allen voran bei Einheimischen sehr beliebt.

Markant und einzigartig sind die Bootshäuser, die aus natürlichen Felsvorsprüngen und Höhlen zu Zwecken der Fischer umgewandelt wurden. Apropos Höhlen: Ausgehend vom Strand in der Ramla Bucht führt ein umständlicher Weg hinauf zur Tal Mixta Cave, die auch mit dem Auto nur schwer über eine holprige Straße erreichbar ist.

Aber: Ob zu Fuß oder mit dem PKW, der Weg hinauf zu jener Höhle lohnt sich allemal, schließlich eröffnet sie allen, die jenen Weg auf sich nehmen, einen wundervollen Ausblick über die Küste, die grünen Weiten, das tiefe Blau des Meeres und die roten Sandstrände. Die Aussicht wird von vielen Touristen als einer der Höhepunkte ihrer Reise bezeichnet.