Basilika San Ġorġ – Die goldene Kirche

Nur etwa 60 Meter südlich des Hauptmarktplatzes It-Tokk (Independence Square), dem pulsierenden Herzen der Altstadt Victorias, und direkt an der ebenfalls nach dem heiligen Georg benannten Pjazza San Gorg wartet die bezaubernde Basilika San Gorg (oder Englisch St. George Basilica) auf Besucher.

Von außen fügt sich der sandsteinfarbene Bau unauffällig in das typisch maltesische Stadtbild ein, in ihrem Inneren jedoch kommt die Kirche umso prächtiger daher. Dank der aufwändigen Vollverkleidung mit sizilianischem Marmor und den vielen goldenen Verzierungen wird sie wahlweise auch als die „marmorne Kirche“ oder die „goldene Kirche“ bezeichnet.

St. Georg und der Drachen

Ihren eigentlichen Namen, St. Georg Basilica, erhält sie von dem christlichen Märtyrer Georg von Kappadokien. Dieser wurde 303 n. Chr. für seinen Einsatzes für die verfolgten Christen in Rom zum Tode verurteilt.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte rankten sich aber zunehmend noch größere Mythen um den Heiligen. Eine im Mittelalter besonders beliebte Legende war die vom heiligen Georg, dem Drachentöter, der wahlweise eine Königstochter oder gleich ein ganzes Land vor einem bösen Drachen rettete und so zum Christentum bekehrte. Sie ist auch die Geschichte, die sich Mattia Pretis großes Titularbild zum Thema nimmt. Das Gemälde, das den heiligen Georg in voller Rüstung, mit Schild und Schwert über den Drachen triumphierend darstellt, zählt zu den bedeutendsten und wertvollsten Kunstwerken auf der Insel Gozo.

Zusammen mit dem Hochaltar aus feinstem Carrara-Mamor und seinem beeindruckenden Baldachin, der 1967 nach dem Vorbild von Berninis berühmten Altarbaldachin im St. Petersdom von Rom entstand, bildet Pretis Hochaltarbild das Herzstück der prunkvollen Kapelle.

Weitere bedeutende, hauptsächlich einheimische Künstlern, deren Arbeiten in der Basilika San Gorg zu sehen sind:

  • Giuseppe Cali
  • Michele Busuttil
  • Giuseppe Fenech
  • Francesco Zahra
  • Fortunato Venuti
  • Injazju Cortis
  • Ramiro Cali
  • Filippo Cosimo
  • Giuseppe D’Arena
  • Salvatore Bondi
  • Roberto Dingli
  • Stefano Erardi

Ruhmreiche Geschichte nach schweren Start

Ursprünglich begann der Bau an der Pfarrkirche San Gorg bereits im Jahr 1672 und wurde in nur sechs Jahren abgeschlossen. Doch das große Erdbeben von 1693, das in weiten Teilen von Süditalien und Sizilien sowie auf den maltesischen Inseln große Verwüstung anrichtete und mehr als 60.000 Menschenleben kostete, beschädigte die St. Georgs-Kirche erheblich und zerstörte ihre Kuppel fast vollständig.

Nach dem Wiederaufbau sollte es noch bis 1755 bis die Kirche offiziell durch Bishop Paul Alpheran de Bussan geweiht wurde. Sie diesem Zeitpunkt war sie das größte Gotteshaus auf der gesamten Insel. 1958 wurde der Pfarrkirche St. Georg von Papst Pius XII. der Status einer Basilika, eine Auszeichnung die besonderes ehrwürdigen und bedeutenden Kirchenbauten vorbehalten ist, verliehen.

Tipp: Die Kleiderregeln in Gozos Gotteshäusern entsprechen den katholischen Kirchen üblichen. Also, keine nackten Schultern und die Knie bedeckt.